Hoffnung für heute und morgen
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Tod in der Zelle – Warum starb Oury Jalloh? Ein Film von Marcel Kolvenbach und Pagonis Pagonakis; Redaktion: Sonia Mikich Dessau, ein kalter Morgen im Januar. Ein Mensch, offensichtlich unter Alkohol, wird von der Polizei aufgegriffen, in eine Zelle gesperrt und mit Handschellen an Händen und Füßen gefesselt, „fixiert, wie es im Polizeijargon hei?t. Er wird durchsucht, ihm wird Blut entnommen. Gegen Mittag schlägt der Rauchmelder in der Zelle zweimal Alarm. Hilferufe durch eine Gegensprechanlage werden ignoriert. Oury Jalloh, ein Asylbewerber aus Westafrika, stirbt im Polizeigewahrsam. Offizielle Todesursache: Tod durch Hitzeschock, keine Fremdeinwirkung. Das Opfer habe die Matratze in der Zelle mit einem Feuerzeug angezündet, dann selbst Feuer gefangen und sei verbrannt. Schon bald kommen Zweifel an der offiziellen Version des Tathergangs auf. die Story: Tod in der Zelle rekonstruiert den Fall, prüft die offizielle Version der Selbsttötung. Ein Jahr lang haben die Autoren Marcel Kolvenbach und Pagonis Pagonakis Fakten, Obduktionsberichte und Ermittlungsunterlagen recherchiert, mit Zeugen gesprochen und beobachtet, wie man in Dessau mit dem Tod Oury Jallohs umgeht. Sie haben die Familie in Westafrika aufgesucht: Dort ist Oury Jalloh nur knapp dem grausamen Bürgerkrieg in Sierra Leone entkommen. Dass er ausgerechnet in einer Polizeizelle in Deutschland verbrannt ist, kann die Familie nicht fassen. „Oury ist dreimal gestorben, sagt ein Freund: „Im Bürgerkrieg in Sierra …
Video Bewertung: 5 / 5
Das Video zeigt die Ankunft von Teilnehmern des Trauergottesdienstes am heutigen Samstag, 31.07.2010 an der Salvatorkirche in Duisburg Mitte. Neben zahlreichen Vertretern aus der Politik, angeführt von Bundespräsident Christian Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel und der nordrheinwestfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, waren Hinterbliebene der Opfer und Angehörige der Verletzten bei den Trauergottesdienst zugegen. Der Präses der evangelischen Kirche Nikolaus Schneider und der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck leiteten den Gottesdienst. Schneider betonte, “Trauer und Verzweiflung, Hilflosigkeit und Wut bestimmen das Denken der Menschen in diesen Tagen. Erwachsene, die wie versteinert Verantwortung von sich schieben.” machte er ebenfalls aus. Bischof Overbeck meinte: “Wir sind dem Schicksal hilflos ausgeliefert.” Im Anschluss an den Gottestdienst äußerte sich die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in einer sehr bewegten Rede und versprach sowohl unbürokratische Hilfe für die Betroffenen und deren Angehörigen, als auch eine lückenlose Aufklärung des Geschehenen. Sehen Sie in dem Video einige ankommenden Trauergäste und ein wenig von der Arbeit der zahlreichen Journalisten, die heute morgen in Duisburg anwesend waren. Kamera und Schnitt: Wilfried Kruessmann, Redaktion: Frank-M. Fischer
Video Bewertung: 5 / 5
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Frage von TatLüü: Was in der Zeitung steht – Reinhard Mey – Selbstmord?
Hallo,
wir haben heute im Deutschunterricht den Text “Was in der Zeitung steht” von Reinhard Mey’s Lied durch genommen. Für mich klingen zwei oder mehr Zeilen Eindeutig nach Selbstmord! Hier aber erst der gesamte Text:
Wie jeden Morgen war er pünktlich dran,
Die Kollegen sah‘n ihn fragend an:
„Sag mal, hast du noch nicht geseh‘n, was in der Zeitung steht?“
Er schloß die Türe hinter sich,
Hängte Hut und Mantel in den Schrank, fein säuberlich,
Setzte sich, „na, woll‘n wir erst mal seh‘n, was in der Zeitung steht!“
Und da stand es fett auf Seite zwei:
„Finanzskandal!“, sein Bild dabei
Und die Schlagzeile: „Wie lang das wohl so weitergeht?!“
Er las den Text, und ihm war sofort klar:
Eine Verwechslung, nein, da war kein Wort von wahr,
Aber, wie kann etwas erlogen sein, was in der Zeitung steht?
Er starrte auf das Blatt, das vor ihm lag,
Es traf ihn wie ein heimtückischer Schlag,
Wie ist es möglich, daß so etwas in der Zeitung steht?
Das Zimmer ringsherum begann sich zu dreh‘n,
Die Zeilen konnte er nur noch verschwommen seh‘n,
Wie wehrt man sich nur gegen das, was in der Zeitung steht?
Die Kollegen sagten, „Stell dich einfach stur!“
Er taumelte zu seinem Chef, über den Flur:
„Aber, selbstverständlich, daß jeder hier zu Ihnen steht!
Ich glaub‘, das beste ist, Sie spannen erst mal aus,
Ein paar Tage Urlaub, bleiben Sie zu Haus‘,
Sie wissen ja, die Leute glauben gleich alles, nur weil‘s in der Zeitung steht.“
Er holte Hut und Mantel, wankte aus dem Raum,
Nein, das war Wirklichkeit, das war kein böser Traum,
Wer denkt sich sowas aus, wie das, was in der Zeitung steht?
Er rief den Fahrstuhl, stieg ein und gleich wieder aus,
Nein, er ging doch wohl besser durch das Treppenhaus,
Da würd‘ ihn keiner sehn, der wüßte, was in der Zeitung steht!
Er würde durch die Tiefgarage geh‘n,
Er war zu Fuß, der Pförtner würde ihn nicht seh‘n,
Der wußte immer ganz genau, was in der Zeitung steht.
Er stolperte die Wagenauffahrt rauf,
Sah den Rücken des Pförtners, das Tor war auf,
Das klebt wie Pech an dir, das wirst du nie mehr los, was in der Zeitung steht.
Er eilte zur U-Bahn-Station,
Jetzt wüßten es die Nachbarn schon,
Jetzt war‘s im ganzen Ort herum, was in der Zeitung steht.
Solange die Kinder in der Schule war‘n,
Solange würden sie es vielleicht nicht erfahr‘n,
Aber irgendwer hat ihnen längst erzählt, was in der Zeitung steht.
Er wich den Leuten auf dem Bahnsteig aus, ihm schien
Die Blicke aller richteten sich nur auf ihn,
Der Mann im Kiosk da, der wußte Wort für Wort, was in der Zeitung steht.
Wie eine Welle war‘s, die über ihm zusammenschlug,
Wie die Erlösung kam der Vorortzug!
Du wirst nie mehr ganz frei, das hängt dir ewig an, was in der Zeitung steht.
„Was woll‘n Sie eigentlich?“ fragte der Redakteur,
„Verantwortung, Mann, wenn ich das schon hör‘!
Die Leute müssen halt nicht alles glauben, nur weil‘s in der Zeitung steht!
Na schön, so ‘ne Verwechslung kann schon mal passier‘n,
Da kannst du auch noch so sorgfältig recherchier‘n,
Mann, was glauben Sie, was Tag für Tag für‘n Unfug in der Zeitung steht!“
„Ja“, sagte der Chef vom Dienst, „da ist wirklich zu dumm
Aber ehrlich, man bringt sich doch nicht gleich um,
Nur weil man aus Verseh‘n was in der Zeitung steht.“
Die Gegendarstellung erschien am Abend schon
Fünf Zeilen, mit dem Bedauern der Redaktion,
Aber Hand aufs Herz, wer liest, was so klein in der Zeitung steht?
So, nun zu den Zeilen:
“..Wie die Erlösung kam der Vorortzug…” Erlösung von den Schlagzeilen –> Selbstmord?!
Klingt für euch wahrscheinlich jetzt noch nicht logisch aber dann:
“…Aber ehrlich, man bringt sich doch nicht gleich um…” Ähm, jetzt logisch?!
Und noch einen Beweis (zumindest für mich!):
“(…)mit dem Bedauern der Redaktion…” Also, eine Redaktion bedauert doch wohl keinen Druckfehler, einen Selbstmord schon eher!
Und jetzt würde ich gern eure Meinung dazu hören! Ist das nun Selbstmord oder nicht?
Danke für die Antworten
Beste Antwort:
Answer by Jambalaya Music Agency
Ja klar, deine Vermutung stimmt.
Reinhard Mey will hier, aber das weißt du wahrscheinlich, auf die fragwürdige Macht der Boulevardpresse hinweisen und an deren Verantwortung erinnern. Das geschriebene Wort ist manchmal schärfer als jede Waffe. Daher ist “Selbstmord” hier auch ein etwas schiefer Begriff, da dem Selbstmord ja der Rufmord vorausging.
Nachtrag: Die Zeile
„Was woll‘n Sie eigentlich?“ fragte der Redakteur…
würde ich nicht an das “Opfer” direkt gerichtet lesen, sondern an alle potentiellen Kritiker der Zeitung. Oder auch nur als Selbstgespräch, das der Selbstvergewisserung dient, nachdem der Redakteur vielleicht angesichts der Ereignisse für einen kurzen Moment an sich gezweifelt hatte.
Antworten Sie selbst in den Kommentaren!
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